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Newsletter_kopf
März 2026

Liebe Freundinnen und Freunde der Grünen in Bubenreuth,
liebe Kommunalpolitik-Interessierte,
liebe Umwelt- und Klimaschutzbewegte!

Unser kurzer Kommentar zu den Wahlergebnissen jenseits Bubenreuths: Wir freuen uns über München und Paris!

Ganz aktuell: Deutschland tut so gut wie nichts, um den Menschen im Iran zu helfen. Das passt zur Blockadestrategie unseres CSU-geführten Innenministeriums. Auf der Plattform der internationalen Initiative #leavenoonebehind, die Menschen auf der Flucht hilft, gibt es eine Initiative, eurem Abgeordneten zu schreiben: Lassen Sie die Menschen im Iran nicht im Stich!

Das internationale Geschehen rast so schnell, dass wir kaum hinterherkommen. So haben die Grünen im Februar einen 10-Punkte-Plan für ein Update der Energiewende und gegen die aktuelle Strategie der Bundesregierung publiziert. Würde er jetzt veröffentlicht, wären vielleicht der eine oder andere Punkt anders formuliert.

Natürlich müssen wir etwas zu Wolfram Weimer sagen, weil hier Absurdes passiert und weil es symptomatisch fürs Hardlining der unionsdominierten Regierung ist. Der Kulturstaatsminister bringt mit seiner Politik einen großen Teil der Kulturszene gegen sich auf, arbeitet im Fall der drei Buchhandlungen sogar mit angeblichen Fakten, die nicht einmal die Betroffenen kennen – und muss nicht zurücktreten. Warum das funktioniert? Ganz einfach: Weil Merz und die Führung der Union das akzeptieren oder wünschen. Weimers Handeln harmoniert mit den Kampagnen gegen Gemeinnützigkeit und dem Streichen von Geldern für Projekte zur Demokratieförderung. Wir haben geahnt, wie es läuft, in unserem Newsletter vom April/Mai 25 konntet ihr zu Weimer lesen: „Vielleicht lässt er sich nun doch noch verhindern. Die Frankfurter Rundschau schreibt: „Man kann allein an dieser Personalie erkennen, wohin die Reise unter einem Kanzler Merz gehen wird. Der Wind weht scharf von rechts. Wie in den USA.“ Und die taz: „Zu befürchten ist, dass hier ein rechter Kulturkämpfer kommt, der antimuslimische Ressentiments befeuert.“ Zudem ist seine Nominierung ein perfektes Beispiel für Tegernseer Spezlwirtschaft.“

Auch wenn es gerade bei vielen nicht angesagt ist: Neben Sicherheit & Frieden, Gesundheitssystem und Rente müssen Klima und Umwelt die absoluten Topthemen sein (warum, haben die Briten für uns identifiziert, siehe Ticker). Darum gibt's heute:
  • Wahlergebnis in Bubenreuth
  • Die Mär von der günstigen und umweltfreundlichen Energie
  • Aus aktuellem Anlass, in 7 Sätzen kurz erklärt: Wie funktioniert der Treibhauseffekt?
  • Ticker und ein paar verdammt wichtige Petitionen. Bitte bis dahin lesen oder scrollen!

Aktuelles & Wir Grüne

Termine

  • Ortsverbandstreffen März
    Mittwoch, 25. März, 19.30 Uhr, Gasthaus zur Post
  • Ortsverbandstreffen April
    Montag, 13. April, 19.30 Uhr, Gasthaus zur Post

Bubenreuth / Kommunalpolitik

Bubenreuth schätzt grüne Politik

Unsere konstruktive Arbeit im Bubenreuth hat sich ausgezahlt. Wieder sind wir mit vier Sitzen zweitstärkste Fraktion im Bubenreuther Gemeinderat, hinter der CSU (sieben Sitze) und vor SPD und Freien Wählern (drei bzw. zwei Sitze). Gewählt wurden Dr. Kerstin Kràsa, Ronald Stoyan, Dr. Tobias Lapp und Jens Stöhr. Wir wünschen uns, dass wir in den kommenden sechs Jahren möglichst viele Punkte unseres Wahlprogramms (und noch mehr!) umsetzen können. Mal schauen, welche der anderen Parteien und Gemeinderatsmitglieder bereit sind für eine für Bürger*innen, Umwelt und Wirtschaft nachhaltige Politik.
Obwohl wir mit vielen neuen, noch nicht so bekannten Kandidat*innen angetreten sind, haben wir es geschafft, unseren Stimmenanteil gegenüber der Gemeinderatswahl 2020 ein wenig zu verbessern. Auffällig: Unsere Wähler*innen und die der SPD gehen lieber ins Wahllokal als die von CSU und FW. Besonders deutlich wird das im Stimmbezirk Bubenreuth-Süd, wo die CSU „nur“ 38,2 Prozent erreicht hat und wir bei 31,8 Prozent liegen. (Wahlergebnis)
Das Ergebnis der Gemeinderatswahl
Im Kreistag stellen wir Grüne 10 von 60 Sitzen, leider haben wir hier deutlich an Stimmen verloren (von 20,7 auf 16,3 Prozent), hauptsächlich an die Linke. (Wahlergebnis) Wieder einmal bestätigt sich der starke Stadt-Land-Gegensatz innerhalb unseres Landkreises. Während Kommunen wie Bubenreuth oder Möhrendorf eher städtisch geprägt sind (ganz extrem: Buckenhof mit 34,9 Prozent für die Grünen), haben wir bei der Kreistagswahl in Wachenroth nur 7,3 Prozent erzielt. Mit einer rechten Mehrheit (CSU+JU: 23, AfD: 7, FW: 9, FDP: 1 / Grüne: 10, SPD: 8, Linke: 2) ist im Kreistag kaum progressive Politik zu erwarten.

Bundespolitik

Die Mär von der günstigen und umweltfreundlicheren Energie

Lassen wir den Iran-Effekt außen vor und beschäftigen uns mit Plänen der Regierung. Alle haben es mitbekommen: CDU/CSU und SPD planen unter anderem, die 65-Prozent-Regelung zu streichen und wieder neue Gas- und Ölheizungen zuzulassen, die ab 2029 mit 10 Prozent und später mehr „klimafreundlichen Brennstoffen wie Biomethan und synthetischem Treibstoff“ zu betreiben sind, „denn Eigentümer wüssten am besten, was in ihren Heizungskeller besser passt“ (Tagesschau). Es scheint, als ginge es der Regierung darum, die Wärme- und Stromkosten für die Bürger in die Höhe zu treiben UND die Abhängigkeit von anderen Staaten zu verstärken. Gerade jetzt, wo Öl- und Gaspreis steigen, entlarvt sich diese Strategie als verantwortungslos.

Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme von 2024 gibt einen Überblick über aktuelle und künftige Stromkosten, je nach Energiequelle, allerdings ohne die Auslaufmodelle Öl und Gas. Das Ergebnis: Am teuersten ist Kernenergie, und zwar bereits ohne Rückbaukosten und Endlagerung. Es folgen: Biogas und auf Wasserstoff umgerüstete Gas- und Dampfkraftwerke. Mit Abstand am billigsten: PV-Freiflächenanlagen und On- und Offshore-Windenergie, noch vor privaten PV-Anlagen. Und im Heizungskeller? Mit der aktuell und wohl noch eine Weile gültigen Förderung ist davon auszugehen, dass bei einer Langfrist-Betrachtung über 20 Jahre die Wärmepumpe deutlich vor Gas und Öl liegt.

Damit ist klar:
  • Wer abhängig sein will von USA, Russland, Venezuela oder den Golfstaaten, jetzt weniger ausgeben will und in Zukunft umso mehr, setze auf Gas oder Öl.
  • Wer in Zukunft hohe Strompreise wünscht, enorme Rückbaukosten favorisiert, gerne endlagert und abhängig sein will von einem Land mit Uran-Vorräten (Australien, Kasachstan, Kanada, Brasilien, Russland, Niger, Namibia …), setze auf Kernenergie – mit Uran als Ressource, die eventuell schon 2070 oder 2080 versiegt (resource capital und diverse Quellen).
Und wie steht es mit Biogas?
  • Der NABU sagt dazu: „Der Einsatz von Biogas und Biomethan kann als flexibel einzusetzender Energieträger für den Ausgleich der schwankenden Energieerzeugung aus Wind und Sonne sinnvoll sein. Die hohen Mengen an Bioenergie, die derzeit von allen Sektoren gefordert werden, können keinesfalls naturverträglich bereitgestellt werden. Der Einsatz von Bioenergie sollte auf die Bereiche begrenzt bleiben, wo er alternativlos ist.“ (gekürzt; unter dem angegebenen Link findet ihr auch Links zu gut begründeten Positionen des NABU zur Biomassestrategie)
Übrigens: „Um Energiepflanzen anzubauen, werden schon jetzt weltweit riesige Ackerflächen belegt. Allein in Deutschland nimmt dies eine Fläche so groß wie Mecklenburg-Vorpommern ein. Die Hälfte des in Deutschland verbrauchten Holzes wird bereits zur Energieproduktion genutzt.“ (NABU)

Klimakatastrophe und mehr

Aus aktuellem Anlass: Wie funktioniert der Treibhauseffekt?

Manuel Hagel, CDU-Ministerpräsidentenkandidat in Baden-Württemberg, hat sich vor einer Schulklasse als ahnungslos geoutet, wie der Treibhauseffekt funktioniert. Natürlich muss er das als gelernter Bankbetriebswirt nicht genau beschreiben können, aber als Landes-Spitzenkandidat und somit auch Klima-Verantwortlicher müsste er es zumindest ungefähr wissen. Doch drängt sich der Verdacht auf, dass er mit seinem Wissensstand nicht allein ist. (Was weiß Merz? Spahn? Miersch? Söder?)

Quelle: Wikipedia
Deshalb hier für alle der Treibhauseffekt in sieben Sätzen:
  1. Das von der Sonne ausgestrahlte Licht, das auf die Erde trifft, erwärmt die Erdoberfläche.
  2. Die Erde gibt per Wärmestrahlung Energie an die Umgebung, also das Weltall, ab.
  3. Die Effekte 1 und 2 stehen im Gleichgewicht, die Durchschnittstemperatur auf der Erdoberfläche bleibt konstant.
  4. Wie hoch diese Gleichgewichtstemperatur ist, hängt vom Anteil der Treibhausgase in der Erdatmosphäre ab (Wasserdampf H2O, Kohlenstoffdioxid CO2, Methan CH4 usw.), denn diese streuen einen Teil der von der Erdoberfläche Richung Weltall abgestrahlten Wärmestrahlung wieder zurück auf die Erdoberfläche.
  5. Je mehr Treibhausgas, vor allem CO2 und CH4, sich in der Atmosphäre befindet, desto höher ist die Gleichgewichtstemperatur.
  6. Da wir (vor allem durch Verbrennen von Öl und Gas) permanent solche Gase emittieren, steigt die Gleichgewichtstemperatur auf der Erde permanent.
  7. Verstärkt wird dieser Effekt besonders durch Flächenversiegelung, Zerstören von Wäldern und Mooren sowie das Abschmelzen von polarem Eis und Gletschern; dadurch wird weniger Treibhausgas auf der Erdoberfläche gebunden und weniger Sonnenlicht ins All reflektiert. Gedämpft wird er durch den Anstieg der Meerestemperatur.
Die Folge: Häufigere und extremere Umweltkatastrophen und eine extreme Störung des ökologischen Gleichgewichts. Überall auf der Erde.

Anmerkung: Auch bei Wikipedia wird der Begriff Gleichgewichtstemperatur verwendet. Dieser Begriff beschreibt das Phänomen physikalisch richtig, ist aber nicht sehr gebräuchlich. Stattdessen heißt es oft, „die Temperatur sei (oder gerät) aus dem Gleichgewicht. Tatsächlich beschreibt die Temperatur im Fall der Erde einen Zustand, der aus dem Gleichgewicht von aufgenommener Sonnenenergie und abgestrahlter Wärmeenergie resultiert, sie ist also eine Gleichgewichtstemperatur. Diese repräsentiert einen weder mess-, noch exakt berechenbaren permanent steigenden Temperaturdurchschnittswert.

+++ Ticker +++ Petitionen +++

Ticker

+++ Die bayerische Landesregierung möchte die Kindertagsbetreuung stärker fördern, geplant sind dafür 800 Millionen Euro im Jahr. Genutzt werden sollen dafür Mittel, die aus der Streichung des Familiengelds und die Nicht-Einführung des Kinderstartgelds frei werden. (EN, 11.3.26)

+++ 2021 hat Söder den Holzbau als wichtige Säule in Bayerns Klimaschutzambitionen bezeichnet. 2026 läuft das 2022 gestartete Holzbauförderprogramm aus. (EN, 3.3.26)

+++ Die Briten sind uns einen Schritt voraus: Der Bericht Global biodiversity loss, ecosystem collapse and national security der britischen Regierung, an dem auch der Geheimdienst beteiligt war, sieht eine immense Bedrohung der nationalen Sicherheit des Landes durch die Schädigung des weltweiten Ökosystems und Naturkatastrophen. Darin heißt es zum Beispiel: The Amazon rainforest, Congo rainforest, boreal forests, the Himalayas and South East Asia’s coral reefs and mangroves are particularly significant for the UK.
Petitionen

+++ Eine ganz wichtige Petition richtet sich gegen die Einschränkung der Leistung für Psychotherapie und verlangt eine politische Strategie zur nachhaltigen Stärkung der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung sowie eine Vergütungsstruktur, die der gesellschaftlichen Bedeutung psychischer Gesundheit gerecht wird.

+++ Junge Bundestagsabgeordnete von Grünen, SPD und Linken (und ein CDU-Abgeordneter!), die als Brand New Bundestag zusammenarbeiten, wollen die Finanzierung von Integrationskursen retten.

+++ Der Fonds Sexueller Missbrauch wird 2026 nicht weitergeführt, dagegen könnt ihr unterschreiben. Die Unabhängige Bundesbeauftragte Claus übt daran scharfe Kritik.

+++ Die DUH fordert wieder ein Tempolimit. Das können wir alle unterstützen, gerade jetzt, bei hohen Spritpreisen. Dazu passt die weitere Forderung, keine Kaufprämie für teure SUVs oder Hybridfahrzeuge zu bezahlen.

+++ Eine weitere DUH-Petition: Hände weg vom Naturschutz. Damit werden unsere europäischen Politiker*innen aufgefordert, die bestehenden Naturschutzgesetze zu verteidigen und weiterentwickeln. Die Gefahr, dass sie stattdessen zugunsten von Wirtschaftsinteressen aufgeweicht werden, ist groß.

+++ Und natürlich gibt es auch eine Petition für Nur Ja heißt Ja. Sexualstrafrecht an internationale Menschenrechtsstandards anpassen.

+++ Die Grünen im Europaparlament engagieren sich Gegen giftige Chemikalien in Kosmetika.

Grünmontag/-mittwoch

... ist das nächste Mal am Mittwoch, dem 25. März.

Jede*r Interessierte ist herzlich willkommen. Jetzt mitmachen!
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