
Für eine öffentliche Veranstaltung im Kulturhof H7 haben die Bubenreuther Grünen Dr. Caroline Wolf aus Konstanz eingeladen, Mitglied der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit und Chefärztin einer Klinik für Alterspsychiatrie. Sie machte deutlich, was wir in Sachen Gesundheit von der Zukunft zu erwarten haben. Für 2050 rechnen Experten in deutschen Städten mit einem Klima, wie es heute Toulouse in Südfrankreich erlebt, mit etwa 24 Hitzetagen im Jahr. Bereits heute schätzt man in Deutschland jährlich bis zu 9.100 Todesfälle, die eindeutig auf Hitze zurückgeführt werden. Diese Zahl wird drastisch zunehmen, vor allem wenn Hitzewellen früher im Jahr auftreten.
Besondere Risikogruppen sind ältere Personen, Kleinkinder, Schwangere, psychisch Kranke, Menschen ohne festen Wohnsitz und Arbeiter*innen und Sportler*innen im Freien. Todesfälle treten meist durch Herz-Kreislaufbelastungen auf. Auch bestehende Erkrankungen wie Atemwegs- oder Lungenerkrankungen werden durch die zunehmende Hitze verstärkt. Die Klimakrise kann, auch durch das Erleben extremer Naturereignisse langwierige psychische Schäden, z.B. Depressionen und Schlafstörungen auslösen, was unser jetzt schon überfordertes Gesundheitssystem vor weitere Herausforderungen stellen wird. Krankheitstage werden zunehmen.
Dr. Kerstin Krása aus Bubenreuth machte deutlich, welche Möglichkeiten es für Kommunen gibt, schnell und vorausschauend zu handeln, um die Bürger*innen zu schützen. Sie fordert, den Empfehlungen von WHO und Regierung zu folgen und einen regional angepassten Hitzeaktionsplan für Bubenreuth zu erarbeiten. Das können niederschwellige Maßnahmen, wie Informationen über richtiges Verhalten bei Hitze sein oder die Unterstützung von Risikogruppen bei Einkäufen und täglichen Verrichtungen (z.B. Trinken) durch Ehrenamtliche. Gemeinden sollten „kühle“ Räume und Plätze schaffen. Weitere Schritte können Baumpflanzungen, eine wirksame Baumschutzsatzung, Fassadenbegrünungen aber auch Flächenentsiegelungen, möglichst wenige versiegelte Kfz-Stellplätze, sowie mit PV-Anlagen überdachte Parkplätze sein. Die Einrichtung von Bürger*innenräten kann ein guter Weg sein, um nötige Maßnahmen gemeinsam zu identifizieren.









