Jetzt MitTUN: Fasching feiern ohne Schadstoffe

Kinder-Karnevalskostüme im Test – Eine vom Verbrauchermagazin ÖKO-TEST 2019 veröffentlichte Untersuchung zeigt: Kein einziges der 14 getesteten Kostüme war komplett schadstofffrei, nur fünf Kostüme erhielten die Note „gut“. Ein Kostüm enthielt so viele Schadstoffe, das es die Note „ungenügend“ erhielt.

Von den zwölf von ÖKO-TEST 2017 untersuchten Kinderschminken wurde die Hälfte der Produkte mit „ungenügend“  bewertet. Gefunden wurden Stoffe, die von der EU als krebserregend, erbgutverändernd und reproduktionstoxisch eingestuft werden.

Da Faschingskostüme nur für wenige Stunden im Jahr getragen werden, werden sie oft so billig und in so schlechter Qualität hergestellt, dass sie schon nach dem ersten Tragen im Müll landen und dort aufgrund ihrer Kunstfasern und Schadstoffe für weitere Umweltprobleme sorgen. Davor steht ein System der Ausbeutung an Mensch und Umwelt, das wir unterstützen, wenn wir diese Kostüme kaufen. (Einen Eindruck davon, welche Zustände sich hinter „Fast fashion“ verbergen, erhaltet ihr in einem Beitrag aus unserem letzten Newsletter.)

Zudem enthalten Faschingsartikel wie Plastikschwerter, Kunststoff-Flügel, Masken und Klebe-Tattoos häufig Lösemittel, Weichmacher oder andere Schadstoffe. Weichmacher sind schädlich für die Fortpflanzungsfähigkeit und können hormonell wirksam werden, d.h. die Stoffe ähneln körpereigenen Hormonen und docken an unser Hormonsystem an. Laut BUND sind mögliche Folgen des Kontakts mit hormonell wirksamen Substanzen in Kunstoffen u.a. ADHS, Fettleibigkeit, verfrühte Pubertät, Brustkrebs, Schilddrüsenerkrankungen und Diabetes.

Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt, vor dem Kauf an den Artikeln zu riechen: Wenn sie stark nach Kunststoff oder Chemie riechen, sollte man vom Kauf besser absehen. Zudem entsprechen Faschingsartikel nicht den Anforderungen der EU, wenn sie keine eindeutige Herstellerangabe oder kein CE-Kennzeichen aufweisen. ÖKO-Test schreibt dazu: „Am höchsten ist das Risiko für fragwürdige Ware, wenn Produkte aus dem Internet stammen, weil dort viele Artikel praktisch nicht kontrolliert werden.“ (Quellen: Verbraucherzentrale NRW, BUND, Ökotest)

Daher:

  • Achte bewusst auf Naturfasern oder halbsynthetische Fasern wie Viskose, Modal oder Lyocell, da diese biologisch abbaubar sind.
  • Verzichte auf Faschingskostüme aus Kunstfasern (Polyester, Polyacryl, Polyamid, Elasthan)!
  • [Wasche Kostüme aus synthetischen Fasern vor dem Tragen gut durch und trage sie nicht direkt auf der Haut. Hinweis: beim Waschen von Kunstfasern entseht Mikroplastik, das in unseren Wasserkreislauf gelangt.]
  • Kaufe lieber gebrauchte als neue Kostüme oder tausche sie mit Freunden/Bekannten.
  • Verwandle alte Kleidungsstücke in selbstgemachte Kostüme. Hier findest du ein paar tolle Anregungen: https://www.hallo-eltern.de/kind/kinderkostueme/
  • Verzichte auf Accessoires aus Plastik! Bastele Masken, Hüte, Schwerter oder Flügel selbst aus Papier oder Pappe. Male Vampir- oder Mausezähne lieber auf, als ein Plastikgebiss zu tragen.
  • Verwende nur Schminke mit Naturkosmetik-Siegel oder verzichte ganz auf sie. Alternativ: Stelle schadstofffreie Schminke selber her. Hier findest du eine Anleitung dazu: https://www.smarticular.net/kinderschminke-farben-selber-machen-halloween-fasching/

Mach mit!
Britta Gehle