Archiv des Autors: Gerhard Seitfudem

Christian Zwanziger im Bubenreuther Sportheim

Am 20.4. war unser Landtagsabgeordneter Christian Zwanziger Gast bei einer öffentlichen Veranstaltung unseres Grünen Ortsverbands zum Thema Ukraine im Bubenreuther Sportheim. Obwohl als MdL nicht an den Entscheidungen des Bundes beteiligt, konnte er doch viel über die politische Situation und die inhaltlichen Positionen der Grünen Abgeordneten in Land und Bund erzählen. Dabei wurde deutlich, dass die Partei in Summe geschlossen hinter den Aussagen und Handlungen von Annalena Baerbock und Robert Habeck steht, auch wenn einzelne Elemente der aktuellen Politik immer wieder Bauchschmerzen bereiten. Dabei reicht das Meinungsspektrum von den Forderungen Toni Hofreiters (schwere Waffen liefern) bis hin zu Abgeordneten, die sich mit Waffenlieferungen grundsätzlich schwertun. Klar wurde: Niemand macht es sich leicht! Außer der Bayerischen Landesregierung, die sich auch beim Thema Ukraine-Hilfe unseriös taktierend hinter der Formel „Der Bund muss liefern“ verschanzt.

Nach Christians Vortrag berichtete Andrea Schmoll von der Bubenreuther Flüchtlingsinitiative über den aktuellen Stand in Bubenreuth. Im ehemaligen Seniorenheim befinden sich etwa 70 Ukrainer*innen, davon etwa 20 Minderjährige, und es ist noch reichlich Platz für mehr Personen. Die Organisation dort ist zurzeit recht zufriedenstellend, auch die Versorgung ist weitgehend okay. Lediglich Hygieneartikel würden derzeit gebraucht und es fehlen einige komplette Sets Bettzeug (inklusive Bettdecken).

Im Anschluss gab es eine intensive Diskussion unter den mehr als 25 anwesenden Grünen und Gästen, wie stark Deutschland die Ukraine militärisch unterstützen darf und soll. Dabei wurde die gesamte Bandbreite an Meinungen deutlich, vom Willen zur Unterstützung mit schweren Waffen bis hin zur Forderung nach passivem Widerstand. Und während wir noch – relativ – leicht über Ethik und Moral sprechen können, tun wir uns viel schwerer mit Fakten zu militärischer Strategie, der Einsatzfähigkeit und Wirkung von Waffen oder den Zielen von Putins Regime.

Denn wir alle, und das hat auch Christian Zwanziger betont, können leider nicht in die Köpfe des Autokraten oder anderer beteiligter Personen schauen.

Alles in allem: eine gelungene Veranstaltung, die gezeigt hat, wie wichtig Live-Diskussionen auch in Online-Zeiten sind. Kommt zu uns, redet mit uns, unterstützt uns oder macht uns auf Fehler aufmerksam. Denn nur wenn wir Grünen stark sind, können wir viel bewegen.

Plakate abbauen

Der Sieg der alten weißen Männer: Ein Kommentar zur Bundestagswahl

Plakate abbauenAls wir am Tag nach der Wahl in Bubenreuth die Plakate abnahmen, gratulierte uns ein junger Mann im Vorbeigehen zum Stimmergebnis von 15 Prozent, mit dem Beisatz: „Auch wenn es 15 Prozent zu wenig waren.“ Und damit hat er meine Stimmung ganz gut getroffen. Ich freue mich, dass wir Grüne sichere Dritte geworden sind und dass wir in der nächsten Regierung wahrscheinlich einiges bewegen können. Aber ich ärgere mich maßlos, dass die Wähler die fachliche Kompetenz von Annalena Baerbock ignoriert und sie sogar in Umfragen als inhaltlich weniger glaubwürdig bezeichnet haben als Scholz und Laschet. Nun hoffe ich auf eine rot-grün-gelbe Regierung mit einer gemeinsamen Idee, wie Klimaschutz, Bildung, Digitalisierung und Innovationen auch aus öffentlichen Investitionen finanziert werden und nicht nur durch die Industrie und aus hypothetischen Steuermehreinnahmen. Wir brauchen ambitionierte, aber realistische Visionen, Klientelpolitik sollte in einer wirklich zukunftsorientierten Regierung außen vor bleiben.

Die Wahlergebnisse zeigen, dass die Deutschen noch nicht ausreichend sensibilisiert sind für die Umweltereignisse und -schäden, die auf uns und die ganze Welt zukommen. Dass viel zu viele von uns sich primär an ihrem eigenen Wohlstand orientieren. Dass die Lobby für sozial Schwache zu klein ist, sonst könnten wir Grüne mit der SPD und den Linken regieren. Dass die Angst vor Migranten weit größer ist als das Problem. Dass unsere Gesellschaft noch nicht reif ist für eine junge Kanzlerin, die fachlich Bescheid weiß. Und vor allem, dass die Deutschen nach wie vor dem alten weißen Mann huldigen. Und das verstehe ich nicht nur als Vorwurf an die Männer, sondern auch an die Frauen. Noch unterstützen zu viele Frauen patriarchalische Strukturen.

Umso mehr gilt es, die künftige Regierung vor uns her zu treiben. Denn Konflikte, wie sie sich bisher zum Beispiel zwischen Altmaier/Scheuer/Klöckner und Svenja Schulze oder Gerd Müller abspielten, wird es dort wieder geben – mit anderen Personen, auf anderem Niveau, aber immer irgendwie mit den Gegenpolen „Wirtschaft und Wohlstand“ und „Umwelt“. Insbesondere im Hinblick auf Klima und Umwelt wird somit öffentlicher Druck noch wichtiger werden als bisher.

Wir sind also gefragt. Tun wir etwas für unsere Zukunft und die unserer Kinder. Bei uns, den Grünen, und bei den vielen Organisationen, die sich für Klima, Umwelt und Gesellschaft engagieren. Lokal, regional, national, international.

Gerhard Seitfudem

Erstellen Sie Ihre persönliche Ökobilanz

Wer eine ungefähre persönliche Klimabilanz erstellen will, kann dies zum Beispiel mit dem CO2-Rechner des WWF tun. Weitere Rechner bieten etwa das Umweltbundesamt  oder das österreichische Forum Umweltbildung. Da jeder davon mit anderen Fragen und Parametern arbeitet, liefern sie tendenziell unterschiedliche Ergebnisse, die aber alle in der gleichen Größenordnung liegen. Probieren Sie es aus!

Viele konservative und sich als liberal bezeichnende Politiker sagen zwar immer wieder, die Politik könne nur wenig für den Klimaschutz tun, es komme auf die einzelnen Bürger*innen an. Ganz so sehen wir das nicht … aber zumindest kann man mit den hier vorgestellten Klimarechnern ermitteln, wie groß der eigene CO2-Fußabdruck ist und an welchen Schrauben man selbst drehen könnte.